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Philosoph unbekannt

Der magnetische Nordpol ist ja nun kein fester Punkt, verändert sich ständig noch Osten. Die andere Veränderung am Rande von wissenschaftlichen Beobachtungen konnten wir an der Eislage auf dem Weg zum Nordpol beobachten. Auf dem russischen Eisbrecher „50 let Pobedy“ oder „50 Years of Victory“ (Was der Kapitän nicht gern mochte).

Weniger geschlossene Eisflächen als im letzten Jahr . Das heißt, die unzähligen blauen und dunklen Tauwasserbecken, wie ich sie nenne, zeugen davon, dass das Eis auf dem Rückzug ist. Allerdings konnte ich feststellen, dass im nördlichen Bereich der Inseln Franz-Josef-Land viel mehr Packeisfelder in den Fjorden und Passagen zu finden waren als im Jahr davor. Durch die Winddrift verschieben sich eben die Eisflächen und machen die Passagen immer wieder für kleinere Schiffe schwierig und unberechenbar.

Zum Beispiel hatte Arved Fuchs mit der DAGMAR AAEN in diesem Jahr große Schwierigkeiten. Im Bereich Scoresbysund, Nordost Grönland, waren die Eisfelder von Norden kommend eine breite Barriere für das kleine Schiff. Normalerweise geht die DAGMAR AAEN nicht durch solche festen Eisgürtel aber dieses Mal musste es sein, wie Arved mir erzählte, und es war recht hart und mühsam, wieder in freies Wasser zu kommen auf dem Kurs nach Island. Im Jahr 2006 war dieses Gebiet bis nördlich Daneborg fast eisfrei. Auf unserem Eisbrecher in diesem Jahr 2011 mussten wir sehr lange nach Polarbären Ausschau halten auf Franz-Josef-Land.

Ein ganz unerschrockener Polarbär auf Champ Island konnte nur von den Sicherheitsleuten mit einer Blitz-Knall Munition von seinem Weg zu uns aufgehalten werden. Neugierig immer noch, als er hinter einer Eiskante hervorlukte, um zu sehen, was das nun war.
Draußen in sicherer Entfernung lag unsere „50 Years of Victory“ auf „standby“, um alle Gäste nach kurzem Aufenthalt bei den runden Steinen im Helikopter wieder an Deck zu nehmen. Ein sonst übliches Anlandgehen mit Zodiaks ist in den eisbedeckten Küsten Franz-Josef-Lands nicht möglich und auch zu gefährlich, eben auch der Polarbären wegen.
Am Nordpol selbst konnten wir keinen geeigneten Flecken im Eis finden, an dem wir wie schon im Jahr vorher, die Gangway für den „Landgang“ runterlassen konnten.
Genau 4 227,5 m unter uns ist fester Boden. Aber immerhin konnte das Schiff den 90ten Grad ein paar Sekunden auf diesem Punkt halten, denn mit 0,2 Knoten geht das Eis nach Südwesten auf Drift. Gutes Wetter auf der Fahrt zurück gen Süden, um endlich einen größeren Platz auf dem Eis zu finden, der geeignet war, die „Norpol-Zeremonie“ abzuhalten.

Franz-Josef-Land auf dem Weg nach Murmansk zurück sollte noch einmal einen Höhepunkt bieten. Das Kap Tegetthoff war für einen Landgang vorgesehen, denn der wirklich malerisch und markante Fels ist wie ein Wahrzeichen zu sehen, wenn das Wetter es erlaubt. Einen ganzen Tag lang liegt der Eisbrecher in dichtem Nebel in Wartestellung, um endlich dem Helikopter den Start zum Kap zu ermöglichen. Aber...es war uns nicht vergönnt. Der Nebel löste sich nicht auf. Und so gibt es die Erinnerung vom letzten Jahr vom Kap Tegetthoff. Eine ruhige Fahrt durch die Barentssee nach Murmansk macht den Abschluß. Der Nordpol wird im nächsten Jahr wieder anders aussehen. Wo und wie weit es dann immer noch betreten werden kann, ist noch offen. Warten wir auf das, was Wissenschaft und Realität beweisen.

Ist der 90ste Grad erreicht, war es im Jahr 2011 nicht möglich, ein großflächiges Eisfeld zu finden, um darauf die Gäste „an Land“ zu bringen.
Mit 3,5 Knoten Fahrt durch 2,5 Meter dickes Eis, wer macht das nach? Kein anderer Eisbrecher als diese Klasse, wie die „50 let Pobedy“ mit ihren 26 000 to, elf Metern Tiefgang und 75 000 PS.
Richtig blau sind die Spalten im dicken Eis. Die Farben verändern sich durch den Druck und das Alter des Eises.
Kap Tegetthoff, geschichtsträchtiger und malerischer Platz mit den bizarren Felsen auf der südlichen Insel von Franz-Josef-Land. „HALL ISLAND“
Der Nordpol wird dieses Jahr nur etwas südlicher zu betreten sein, hier ist das Eis großflächig genug für den „Landgang“ und die Nordpol-Party.
Ein ungewöhnlich schönes Gefühl kommt auf, wenn ich bedenke, hier auf dem Eis zu malen, wo am Globus zuhause die Achse durchgesteckt ist.
Blau wirkt das Eis und es verändert sich je nach Lichteinwirkung ständig.
„CHAMP ISLAND“ , hinter den Gletscherwänden liegt weit draußen die
„50 let Pobedy“ auf „standby“. Wartet auf den Helikopter.
Der Polarbär lässt sich Zeit, wartet geduldig, ohne sich zu bewegen auf eine Robbe.
Ein Leckerbissen, der ihm nicht jeden Tag vergönnt ist, der Überlebenskampf ist groß, für beide.

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